Editorial

Philippe Op de Beeck, CEO, APCOA PARKING Group
Philippe Op de Beeck, CEO, APCOA PARKING Group

Liebe Leserinnen und Leser,

der Jahreswechsel nähert sich und bringt uns in eine besinnliche Stimmung. Wir werden nachdenklich: Was hat das alte Jahr uns gebracht? Was wollen wir 2017 erreichen? Mir persönlich wird an den ruhigeren Tagen einmal mehr bewusst, wie stark schon heute digitale Technologien unser Schaffen prägen und unseren Ehrgeiz treiben. APCOA ist in einer Branche tätig, die sich im Zuge dessen enorm verändern wird. Wir haben einen Punkt erreicht, an dem es nicht mehr darum geht, die besten Strategien zu entwickeln. Wir müssen unsere guten Ideen nun auch in die Tat umsetzen – und zwar schnell, denn die Chancen, die die Digitalisierung einem Parkhausbetreiber bietet, sind gewaltig. 

Bei APCOA sind wir dabei, genau diese Schritte zu gehen. Strategien liegen längst auf dem Tisch. In einem „Connected Car Park“ werden wir unseren Kunden ein Maximum an Komfort bereitstellen können. Künftig werden wir das autonome Parken unterstützen und zu einem Mobility Hub mit Ladestationen für Elektrofahrzeuge werden. Zu unseren Kunden, von denen wir bisher nur wenige kennen, bekommen wir so ganz neue Kontaktmöglichkeiten, um ihnen zusätzliche Angebote unterbreiten zu können. Den Eigentümern der Parkhäuser erschließen wir auf diese Weise beträchtliche neue Umsatzpotenziale. 

APCOA hat bereits begonnen, diese Zukunftsvisionen wahr werden zu lassen. In den vergangenen Monaten haben wir ehrgeizige Pläne entwickelt und die beiden strategischen Schlüsselinitiativen „Connected Consumer“ und „Connected Car Park“ gestartet. Bei der Umsetzung geben wir Gas: So sollen zum Beispiel bis Ende nächsten Jahres mindestens 300 Parkhäuser „vernetzt“ sein. Schon jetzt sind 80 Standorte in Großbritannien mit Kennzeichenerfassung und 100 Parkhäuser in Deutschland mit RFID-Erkennungssystemen ausgestattet. Bis Ende dieses Jahres wird APCOA zudem deutschlandweit 200 E-Ladesäulen an 100 Standorten in Betrieb haben, und auch das ist erst der Anfang.

Das alles spricht dafür, dass 2017 ein höchst interessantes und erfolgreiches Jahr wird. Ich freue mich darauf, diesen Weg mit Ihnen weiterzugehen.

Ihr Philippe Op de Beeck

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MARKTBERICHT

Rendite aus dem Parkhaus

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Parkhäuser standen bisher nicht unbedingt auf der Agenda von Investoren. Doch das ändert sich aktuell. Denn im Gegensatz zu anderen Immobilieninvestments locken Parkhäuser mit ganz beachtlichen Renditen – Tendenz: stabil bis steigend. 

Institutionelle Anleger können über ein Investment in Parkhäuser ihr Portfolio diversifizieren und eine signifikante Rendite erzielen – so lautet das Fazit der Finanzanalysten des Assetmanagers Catella. Für seinen Market Tracker 2016 „Parken in Europa – ein Markt mit Raum für Investoren“ hat der Investmentspezialist Entwicklungs- und Renditechancen des Parkhaussegments analysiert. Die Experten heben vor allem zwei Argumente heraus: das Cash- und das Wertsteigerungspotenzial. In beiden Bereichen seien die Aussichten in den kommenden Jahren ausgesprochen positiv zu bewerten – und zwar in ganz Europa. Insgesamt liegen die durchschnittlichen Ankaufsrenditen mit rund 6,5 Prozent deutlich über den Renditeerwartungen traditioneller Immobilieninvestments in Büro- oder Einzelhandels-objekte. Dabei rät Catella renditeorientierten Investoren zu Multi-Tenant-Parkhäusern, in denen Stellflächen sowohl von verschiedenen Unternehmen fest gemietet als auch von Privatpersonen bedarfsweise genutzt werden.

Parken ist in Europa längst ein Milliardenmarkt. 8,58 Milliarden Euro wurden 2015 in den etwa 48.000 Parkhäusern der 28 EU-Mitgliedsstaaten umgesetzt. Mit rund 25 Prozent hat Deutschland den größten Anteil am Gesamtumsatz – gefolgt von Frankreich mit 17 Prozent, Großbritannien mit 16 Prozent, Italien mit 15 Prozent und Spanien mit 8 Prozent. 

Renditechancen sehen die Analysten vor allem aufgrund der noch nicht ausgeschöpften Gebührengestaltung. „In allen europäischen Ländern erwarten wir ein deutliches Wachstum der Preise beziehungsweise der Gebühren“, heißt es in der Studie. Schon in den vergangenen Jahren habe der Gebührenanstieg deutlich oberhalb des Inflationsniveaus gelegen. So haben sich die Entgelte für das Kurzzeitparken in den vergangenen fünf Jahren in Deutschland um durchschnittlich 2,9 Prozent erhöht, in Großbritannien um 3,6 Prozent und in Norwegen um 4,6 Prozent. Auch die Zahlungsbereitschaft der Autofahrer habe in dieser Zeit deutlich zugenommen – bei gleichzeitiger Abnahme der durchschnittlichen Parkdauer.

Dieser Trend wird auch in den kommenden Jahren anhalten, da sind sich die Catella-Analysten sicher. Denn auch Carsharing, Elektromobilität und das hochautomatisierte Fahren seien kein Nachteil für die Parkhäuser – sie verstärken die Nachfrage nach bezahltem Parkraum eher noch und ermöglichen Zusatzdienstleistungen wie Ladesäulen oder Effizienzsteigerungen durch bessere Flächenausnutzung. Zudem stärke der hohe Nachfrageüberhang die Position der Betreiber und erlaube es ihnen, höhere Preise durchzusetzen. Das Betreiberrisiko halten die Catella-Experten dagegen für vergleichsweise gering, denn selbst bei einer Insolvenz des Betreibers fließe der Zahlungsfluss in der Regel weiter.

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STANDPUNKT

Parken, wie wir es heute kennen, ist bald Vergangenheit

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Dr. Ralf Nicodemus, Project Connected Parking, Robert Bosch GmbH

Die Robert Bosch GmbH arbeitet an der Zukunft der Mobilität. Dazu gehört auch, Fahrzeuge zu vernetzen und das Fahren zu automatisieren. Daraus ergeben sich Lösungen für das Parken. Dr. Rolf Nicodemus, Leiter des Projekts Connected Parking bei Bosch, erklärt, was künftig möglich sein wird.

Welche Vision haben Sie für das Parken der Zukunft?

Parken, wie wir es heute kennen, wird schon bald Vergangenheit sein. Das fängt damit an, dass sich freie Parkplätze künftig beim Autofahrer „melden“. Und es endet damit, dass ein Einkaufsbummel künftig nicht mehr in einem Parkhaus beginnt, sondern direkt in der Fußgängerzone. Unser Ziel ist es, den Parkvorgang komplett zu automatisieren. Beim Automated Valet Parking wird das Fahrzeug nach der Einfahrt in ein Parkhaus in einer Übergabezone abgestellt. Der Fahrer kann aussteigen, er gibt auf seinem Smartphone den Befehl „Parken“ ein und den Rest erledigt die Technik. Das System aus Parkhausinfrastruktur, Fahrzeugsensorik und Kommunikationsschnittstelle zwischen beiden sorgt dafür, dass ein Auto fahrerlos und unfallfrei von selbst bis in die Parklücke fährt – und genauso auch wieder zur Übergabezone zurückkommt. 

Das ist komfortabel für den Autofahrer, aber welche Vorteile hat der Parkhausbetreiber davon?

Für die Parkraumbewirtschaftung ergeben sich immense Vorteile. Die zur Verfügung stehende Fläche in einem Parkhaus wird viel besser ausgenutzt. Auch unattraktivere, entlegene Plätze werden vom System angesteuert. Dem Kunden ist das egal, er kommt ohnehin nur noch in die Übergabezone, um das Auto abzustellen und in Empfang zu nehmen. Durch das automatische Einparken kommt es auch nicht mehr vor, dass Autos anderthalb Plätze einnehmen. Der Parkhausbetreiber bietet zudem seinen Kunden einen enormen Mehrwert durch Komfort und Zeitersparnis. Das steigert die Attraktivität eines Parkhauses enorm. Außerdem sind auch Zusatzservices denkbar.

Welche?

Zum Beispiel der automatische Gepäck- oder Warentransport zur Übergabezone. Dorthin können Koffer oder eingekaufte Waren auch maschinell gebracht werden. Der Fahrer lädt sie beim Abholen des Autos ein. Zudem steigt die Sicherheit. Blechschäden durch Unaufmerksamkeiten beim Ein- und Ausparken gibt es nicht mehr. Körperliche Übergriffe sind nahezu ausgeschlossen, da Menschen nur noch bis zur belebten und gut überwachten Übergabezone vordringen.

Stellt das Automated Valet Parking die Parkhausbetreiber vor Herausforderungen? 

Die erforderliche Technik für unser Automated Valet Parking kann grundsätzlich auch in Bestandsparkhäusern installiert werden. Für den Betrieb kommt es auf eine gut funktionierende Partnerschaft zwischen Technologieanbieter und Parkhausbetreiber an. Und ein gewisses digitales Grundverständnis ist von Vorteil.

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NEWS

APCOA erweitert Portfolio um namhafte Objekte

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APCOA betreibt Parkhaus der Elbphilharmonie

Lange mussten die Hamburger warten, doch jetzt ist sie der Stolz der Hanseaten: die Elbphilharmonie. Sie bietet einen großen Konzertsaal mit 2.100 Plätzen und einen kleineren für 550 Besucher, ein Hotel mit 244 Zimmern sowie mehrere Gastronomieangebote – und natürlich ein Parkhaus. Seit dem 1. November wird dies von APCOA betrieben. Insgesamt 433 Stellplätze auf großzügig angelegten und hellen Parkflächen stehen dort rund um die Uhr zur Verfügung. Im Erdgeschoss, mit direktem Zugang zum Konzerthaus und zum Hotel, besteht zudem die Möglichkeit zum VIP-Parken mit Extra-Parkraum und in unmittelbarer Nähe zum Ausgang.

APCOA schließt Vertrag mit der Ricoh Arena in Coventry

Die Ricoh Arena in Coventry ist die Heimat des Rugby-Clubs Wasps RFC, der in der höchsten englischen Liga spielt, sowie des Fußball-Vereins Coventry City. Zu der Arena gehören außerdem zwei Restaurants, ein Hotel und eines der größten britischen Casinos. Mit dem Arena-Management hat APCOA UK & Ireland eine Vereinbarung über die Bewirtschaftung der 2.000 On-site-Parkbuchten am Stadion getroffen. Zudem wird sich APCOA um das Verkehrsmanagement zu den öffentlichen Parkflächen kümmern. 

Mit dem Vertrag setzt APCOA die Expansion in den britischen Midlands fort. Zudem stellt die Vereinbarung den Einstieg in den britischen Event-Management-Sektor dar. Der Vertragspartner Arena Coventry Limited strebt eine langfristige Partnerschaft mit APCOA an. Ausgewählt wurde APCOA aufgrund der Fähigkeit zur Reservierung von Parkflächen, der operativen Exzellenz sowie den Erfahrungen im Talent Management. 

Heimstaden übergibt 15.500 Stellflächen an APCOA

Das schwedische Immobilienunternehmen Heimstaden ist spezialisiert auf die Akquisition und die Verwaltung von Wohnobjekten in Skandinavien. In 18 schwedischen Städten betreut Heimstaden dabei insgesamt 16.500 Mietverhältnisse – zu den entsprechenden Objekten gehören auch 15.500 Stellflächen. 2016 konnte nun ein Vertrag zwischen Heimstaden und APCOA zum Parkraum-Management ausgehandelt werden. Ausschlaggebend für die getroffene Vereinbarung waren die jahrelange Erfahrung und die guten Ergebnisse von APCOA in Schweden. APCOA kümmert sich der Vereinbarung entsprechend um die Park-Abonnements, die Parkautomaten für das Kurzzeit-Parken, die Sicherheit sowie das Control Center.

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